Herstellung von Vertrauen im Zwangskontext des Maßregelvollzugs
In wohl kaum einem Handlungsfeld der Sozialen Arbeit wird das Doppelmandat so deutlich wie in einem Maßregelvollzug. Zwischen Hilfe und Kontrolle muss es Sozialarbeiter*innen gelingen, eine vertrauensvolle Beziehung zu den Untergebrachten herzustellen, um einen Zugang zu ihren Le-benswelten zu erlangen und hierdurch bedürfnis-, ressourcen- und lebensweltorientierte Unterstützung leisten zu können. Wie eine Vertrauensbildung in diesem Kontext gelingen kann, sollte in dieser literaturbasierten Arbeit beantwortet werden. Eine professionelle Haltung, Transparenz, Kontinuität, Authentizität, Verantwortung und Zutrauen haben sich dafür als besonders geeignet hervorgetan. Eine Garantie können die vorgestellten Methoden jedoch nicht geben. Es besteht immer auch das Risiko eines Vertrauensmissbrauchs. Dieser kann für bereits entlassene Adressierte weitreichende gesetzliche Konsequenzen haben, die schlimmstenfalls in einer erneuten Unterbringung münden können. Vertrauen gilt als Grundbaustein einer jeden zwischenmenschlichen Be-ziehung und ist zudem ein wesentlicher Faktor, dass Kooperationen mitei-nander gelingen. Für die Soziale Arbeit bedeutet dies, dass es insbesondere für Justiz einen neuen Studienschwerpunkt bedarf, um den Besonderheiten der Rahmenbedingungen und der schwer zu erreichenden Klientel gerecht werden zu können. Der derzeitige Wandel des Studiums der Sozialen Arbeit, aus dem sich auch zuletzt der Themenschwerpunkt des Gesundheitswesens herausgebildet hat, bietet gute Chancen für die Etablierung einer möglichen Forensischen Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter: Soziale Arbeit, Maßregelvollzug, forensische Psychiatrie, Vertrauen, Doppelmandat
In hardly any other field of social work is the dual mandate as clear as in a forensic commitment. Between help and control, social workers must succeed in establishing a trusting relationship with the inmates in order to gain access to their living environments and thus be able to provide needs-, resource- and living environment-orientated support. How trust can be successfully built in this context should be answered in this literature-based work. A professional attitude, transparency, continuity, authenticity, responsibility and trust have proven to be particularly suitable for this. But the methods presented cannot provide a guarantee. There is always a risk of abuse of trust. This can have far-reaching legal consequences for those who have already been released, which in the worse case can lead to a new prison sentence. Trust is the cornerstone of every interpersonal relationship and is a key factor in successful co-operation. For social work, this means that a new specialisation is needed, especially for justice, in order to do justice to the special framework conditions and the difficult-to-reach clientele. The current transformation of social work studies, which has also recently led to the development of a focus on healthcare, offers good opportunities for the establishment of forensic social work.
Keywords: Social work, forensic commitment, forensic psychiatry, trust, dual mandate
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