Hebammenbetreuung in der Latenzphase : Förderung der Versorgungsqualität
Hintergrund: Gebärenden Personen mit einem niedrigen geburtshilflichen Risiko wird zumeist empfohlen, den Zeitraum der Latenzphase zu Hause zu verbringen. Dem liegt das Ziel zugrunde, Geburtsinterventionen zu reduzieren. Ohne professionelle Begleitung erleben viele gebärende Personen die Latenzphase als einen Zeitraum, der von Angst, Unsicherheit und Stress geprägt ist. Zur Verbesserung der Qualität der Latenzphasenbetreuung ist es von Relevanz, neben der Reduktion der Geburtsinterventionen auch das Wohlbefinden und positive Geburtserleben der gebärenden Personen zu fördern. Ziel: Das Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Unterstützungsmöglichkeiten klinisch arbeitender Hebammen, zur Betreuung von gebärenden Personen, mit einem niedrigen geburtshilflichen Risiko in der Latenzphase, zu explorieren. Dabei soll erfasst werden, welche Möglichkeiten bereits existieren, um einen umfassenden Überblick des Handlungsspielraums klinisch arbeitender Hebammen zu bieten. Methodik: Die gewählte Methodik ist das Scoping Review. Dieses wurde nach den methodologischen Empfehlungen des Joanna Briggs Institute durchgeführt. Ergebnisse: Es konnten sowohl Unterstützungsmöglichkeiten innerhalb der Klinikorganisation als auch im individuellen Handlungsspielraum der Klinikhebammen identifiziert werden. Diskussion: Nicht alle Unterstützungsmöglichkeiten sind eindeutig nur als Wohlbefinden fördernd zu identifizieren. Dieser Widerspruch scheint auf den Konflikt zwischen einer holistischen und bio-medizinischen Betrachtung der Geburt zurückzuführen zu sein. Fazit: Um die Versorgungsqualität in der Latenzphase zu verbessern, muss der institutionelle Rahmen geschaffen werden, der eine gebärendenzentrierte und holistische Betreuung der Geburt zulässt. Identifizierte Unterstützungsmöglichkeiten sollten im Sinne der Weiterentwicklung und breiteren Implementierung in die Praxis weiter beforscht werden.
Schlüsselwörter: Latenzphase, Niedrig-Risiko-Kollektiv, Hebammenbetreuung, Gebärenden-Zentrierte-Betreuung, Wohlbefinden
Background: Persons giving birth with a low obstetric risk are usually advised to spend the latency phase of labor at home. This is based on the aim of reducing obstetric interventions. Without professional support, many women giving birth experience the latent phase as a period characterized by fear, uncertainty and stress. To improve the quality of care in the latency phase, it is important to prioritize not only the reduction of birth interventions but also the well-being and positive birth experience of the person giving birth. Aim: The aim of this bachelor's thesis is to explore the support options available to clinical midwives for the care of persons in labor with a low obstetric risk in the latency phase. The aim is to identify which options exist to provide a comprehensive overview of the scope of action of clinical midwives. Methodology: The chosen methodology is the scoping review. This was conducted in accordance with the methodological recommendations of the Joanna Briggs Institute. Results: Support options were identified both at the organizational level of the clinic and in the individual scope of action of the clinic midwives. Discussion: Not all support options can be clearly identified as promoting well-being. This contradiction seems to be due to the conflict between a holistic and a biomedical approach. Conclusion: To improve the quality of care in the latency phase, an organizational framework must be created that allows a holistic and woman centered care during childbirth. Identified support options must be further researched in terms of development and broad implementation in practice.
Keywords: Latent Phase of Labor, low-risk, Midwife Care, women centered care, Well-being
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